Mehr Klarheit.

Autismus verstehen.

Erfahre hier mehr über Autismus-Spektrum-Störungen und finde heraus ob deine Eigenschaften dazu passen.

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Was ist Autismus?

Autismus, in der medizinischen Fachsprache als Autismus-Spektrum-Störung (ASS) bezeichnet, umfasst eine Vielzahl neuronaler Besonderheiten, die Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Verhalten sowie die soziale Kommunikation und Interaktion beeinflussen. Er wird als Form der Neurodivergenz verstanden, beschreibt also eine natürliche Variation in der Entwicklung und Funktionsweise des Gehirns und Körpers die von gesellschaftlichen Normvorstellungen abweicht.

Der Begriff „Spektrum“ verdeutlicht, dass Autismus kein einheitliches Phänomen ist, das von „stark bis schwach ausgeprägt“ verläuft, sondern sich eher wie ein buntes Mosaik mit verschiedensten Stärken und Herausforderungen zeigt.

Hier erfährst du alles über die häufigsten Merkmale und wie sich diese im Alltag zeigen können. Du denkst, du könntest selbst Autist*in sein? Dann mache gerne unseren kostenlosen Test, um eine erste Einschätzung zu erhalten, oder vereinbare direkt einen Termin bei uns, um dich von unseren Expert*innen untersuchen zu lassen.

Whats-Autismus
Verlauf von ADHS Symptomen

Wie ist der Verlauf einer Autismus-Spektrum-Störung?

Autismus ist angeboren und zum großen Teil genetisch bedingt, genau wie die Augenfarbe oder Körpergröße. Daneben könnten auch bisher unbekannte nicht-genetische Faktoren eine Rolle spielen. Er zeigt sich meistens schon in der frühen Kindheit und wird daher medizinisch als neurologische Entwicklungsstörung klassifiziert beziehungsweise im gesellschaftlichen Verständnis als Entwicklungsvariante eingestuft. Ob die autistischen Eigenschaften jedoch schon im Säuglingsalter auffallen, in Kindergarten und Schulzeit oder erst im Erwachsenenalter im Kontext hoher sozialer Anforderungen ist individuell unterschiedlich.

Autismus ist keine vorübergehende Erscheinung, sondern besteht ein Leben lang. Die Form der Merkmale kann sich jedoch im Laufe der Zeit verändern, teils durch natürliche Entwicklung, teils durch individuelle Strategien oder unterstützende Maßnahmen.

Die Prävalenz, also der Anteil der Menschen, die autistisch sind, wird weltweit in der allgemeinen Bevölkerung auf etwa 1% bis 3% geschätzt. Studien weisen darauf hin, dass die tatsächliche Zahl höher sein könnte, da insbesondere bei Frauen und Mädchen Autismus häufig nicht erkannt wird. Grund hierfür ist die historisch stark männlich fokussierte Forschung und Entwicklung von Diagnoseinstrumenten.

Ist Autismus heilbar?

Autismus ist keine Krankheit. Für Autismus gibt es kein Heilmittel, das zu einer vollständigen Rückbildung der zugrunde liegenden strukturellen und funktionalen Besonderheiten im Gehirn führt. Die neurologische Struktur bei Autismus unterscheidet sich von der neurotypischen Entwicklung und diese Unterschiede bleiben ein Leben lang bestehen. Persönlichkeit, Charakter und Denkstil sind untrennbar mit einer autistischen Grundstruktur verbunden.

Aber:
Das bedeutet nicht, dass eine autistische Person immer leiden muss. Probleme und Barrieren sind überwindbar. Besonders in den letzten Jahren haben Forschung, therapeutische Praxis und Autist*innen selbst einen großen Erfahrungsschatz hilfreicher Maßnahmen gesammelt. Zudem führt die größere Aufklärung in der Gesellschaft zum Abbau von Barrieren und Stigmata sowie zunehmend besseren Möglichkeiten der Unterstützung seitens offizieller Stellen. Ein Leben als gesunde Autist*in ist möglich, auch wenn Schwierigkeiten und Probleme manchmal überwältigend wirken. Unser Ziel ist es mit unserer Arbeit für mehr Klarheit zu sorgen, Barrieren abzubauen und mehr Lebensqualität für unsere Patient*innen zu schaffen.

Sind ADHS Symptome heilbar

Autismus Symptome

Was sind die Symptome von Autismus?

Von Symptomen spricht man, wenn man medizinisch relevante Indizien für eine Störung oder Krankheit beschreibt. In den Klassifikationssystemen ICD und DSM werden folglich Symptome für Autismus definiert. Sie beschreiben die mangelnde Passung von autistischer Neurobiologie und Umwelt und sind als Defizite gegenüber einer nicht-autistischen Entwicklung formuliert. Dies dient dazu einen möglichen Unterstützungsbedarf zu ermitteln und Ansprüche auf diesen zu begründen.

Im Ganzen betrachtet haben Autist*innen viele Eigenschaften, die sie vom Großteil der Bevölkerung unterscheiden, viele davon tauchen nicht in den Diagnosekriterien der Klassifikationssysteme auf. Eine Vielzahl von Phänomenen werden berichtet, die Wahrnehmung, Kommunikation, soziale Interaktion, Gefühle und Denkstil betreffen. Diese können von Person zu Person sehr unterschiedlich sein und verändern sich oft im Laufe des Lebens.

Im Folgenden sollen einige Eigenschaften orientiert an den aktuellen Diagnosekriterien beschrieben werden. Um wirklich zu verstehen wie Autist*innen sind, muss jedoch eine weitere Perspektive eingenommen werden.

Autistische Menschen zeigen oft Unterschiede im Aufbau und in der Gestaltung sozialer Beziehungen. Häufig fällt es schwer, nonverbale Signale wie Blickkontakt, Mimik oder Gestik zu interpretieren oder diese selbst intuitiv einzusetzen. Auch das „Lesen zwischen den Zeilen“, also das Erkennen unausgesprochener sozialer Regeln, kann herausfordernd sein. Dies kann dazu führen, dass sie in Gruppensituationen als distanziert oder unbeteiligt wahrgenommen werden, obwohl dies nicht ihrer tatsächlichen inneren Haltung entspricht.

Wie sieht das im Alltag aus?

Viele Autist*innen berichten, dass sie in größeren Gruppen schnell überfordert sind und sich lieber in ruhigeren Umgebungen aufhalten. Ironie oder Sarkasmus werden häufig wörtlich verstanden, was zu Missverständnissen führen kann. Manche haben Schwierigkeiten, spontan auf soziale Veränderungen zu reagieren, etwa, wenn sich während eines Treffens die Gesprächsdynamik oder das Thema plötzlich ändert. Gleichzeitig können sie in vertrauten sozialen Beziehungen sehr verbindlich, loyal und authentisch sein und auch sehr gerne tiefgehende Gespräche führen.

Kommunikationsunterschiede im Autismus-Spektrum betreffen sowohl die verbale als auch die nonverbale Sprache. Manche Menschen sprechen verspätet oder gar nicht, andere entwickeln eine flüssige Sprache, setzen sie jedoch auf ungewöhnliche Weise ein, zum Beispiel mit einer besonderen Sprechmelodie oder in Form von Echolalie (Wiederholen von Worten oder Sätzen). Auch das Erfassen impliziter Botschaften, Metaphern oder Redewendungen fällt oft schwer, wenn der Denkstil einer Autist*in sehr bildlich oder konkretistisch (wörtlich) ist. Dadurch wirken Gespräche manchmal sehr sachlich, detailreich oder einseitig fokussiert auf ein bestimmtes Thema.

Wichtig zu verstehen ist, dass sich diese Schwierigkeiten dann zeigen, wenn das Umfeld erwartet, dass in einer bestimmten Weise kommuniziert und reagiert werden muss. Betrachtet man autistische Kommunikation aus einer unvoreingenommenen Perspektive wird deutlich, dass nur die gesellschaftliche Erwartungshaltung an die Form der Kommunikation einer echten menschlichen Verbindung im Weg steht.

Wie sieht das im Alltag aus?

Autistische Menschen können im Gespräch sehr präzise sein und große Mengen an Detailwissen einbringen, was von manchen als beeindruckend, von anderen aber als „zu viel“ empfunden wird. Wortspiele, Andeutungen oder Mehrdeutigkeiten werden nicht immer erkannt, was zu irritierten Blicken führen kann. Autist*innen schätzen klare, direkte Kommunikation und empfinden es als erleichternd, wenn Gesprächspartner*innen ihre Aussagen ohne unnötige Andeutungen formulieren.

Gutes Beispiel für autistische Kommunikation ist das intensive Reden über ein Spezialinteresse, manchmal als „info-dumping“ bezeichnet. Dies ist ein Beweis von Vertrauen und auch ein Angebot an der Freude, die über das Thema empfunden wird teilzuhaben. Autistische Menschen berichten, dass sie im Kontakt mit anderen Autist*innen deutlich weniger kommunikative Barrieren erleben, insbesondere wenn ähnliche Interessen bestehen.

Viele autistische Menschen zeigen repetitive Verhaltensmuster. Solche Muster dienen oft der Selbstregulation, sie können beruhigend wirken oder helfen, Reizüberflutung zu vermeiden. Restriktive Verhaltensweisen und Routinen geben Autist*innen Kontrolle Sicherheit. Veränderungen im Tagesablauf oder in vertrauten Umgebungen können hingegen Stress auslösen. Viele Autist*innen entwickeln ein oder mehrere intensive Spezialinteressen, in die sie tief eintauchen können und zu denen sie umfangreiches Wissen aufbauen. Zudem gehört auch die sensorische Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Licht, Temperatur, Textur oder auch auffällige Unempfindlichkeit in diesen Bereich.

Wie sieht das im Alltag aus?

Repetitive Verhaltensweisen können als sogenanntes Stimming in Form von wiederholenden Bewegungen insbesondere bei Erwachsenen auch in unauffälliger Form durchgeführt werden. Das Spielen mit Haaren oder Kleidung oder Wackeln mit den Zehen innerhalb der Schuhe können Beispiele von sozial eher unauffälligen repetitiven Verhaltensweisen sein. Auch das häufige Wiederholen von Büchern, Serien, Videos oder Liedern ist verbreitet und gibt Ruhe und Sicherheit.

Manche bestehen darauf, alltägliche Abläufe in einer bestimmten Reihenfolge durchzuführen, etwa morgens immer denselben Weg zur Arbeit zu nehmen. Unerwartete Abweichungen, wie ein spontaner Termin, eine geänderte Abfahrtszeit oder ein plötzlicher Anruf können starke Anspannung hervorrufen.

Spezialinteressen reichen von wissenschaftlichen Themen über Kunst bis hin zu sehr spezifischen Sammelgebieten. Viele Autist*innen beschreiben, dass diese Interessen ihnen Freude, Stabilität und einen klaren Fokus geben. Ein Spezialinteresse oder eine Leidenschaft kann grundsätzlich jedes Thema sein. Ob dies typisch autistisch ist, ist eher an der Tiefe und Intensität zu sehen, mit der diese Leidenschaft verfolgt wird.

Sensorische Besonderheiten zeigen sich in verschiedenen Bereichen. Häufig sind Autist*innen sehr wählerisch was ihr Essen angeht, dies hat viel mit Textur oder zu starken Gewürzen zu tun. Meistens haben sie verschiedene Gerichte, die sensorisch „sicher“ sind und häufig gegessen werden können. Auch bei der Kleidung werden bestimmte Texturen bevorzugt oder verabscheut. Bestimmte Kleidungsstücke, wenn sie als angenehm empfunden, werden immer wieder gekauft.

Autismus bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen kann sich Autismus in manchen Bereichen anders äußern als in der Kindheit. Während bestimmte Merkmale wie Unterschiede in sozialer Interaktion, Kommunikation oder besondere Interessen bestehen bleiben, verändern sich deren Ausprägung und Wahrnehmung oft im Laufe des Lebens. Viele Erwachsene haben Strategien entwickelt, um mit sozialen oder sensorischen Herausforderungen umzugehen, was dazu führen kann, dass ihre Merkmale im Alltag weniger offensichtlich erscheinen.

Dennoch können weiterhin Schwierigkeiten in sozialen Kontexten bestehen, etwa bei der Interpretation unausgesprochener Regeln oder im spontanen Austausch. Hinzu kommen bei vielen Erwachsenen eine anhaltende Reizempfindlichkeit, ein hoher Bedarf an Routinen sowie die Neigung, sich stark und fokussiert mit Spezialinteressen zu beschäftigen. Anders als bei Kindern, bei denen Auffälligkeiten oft klarer erkennbar sind, zeigen sich diese Merkmale im Erwachsenenalter häufig subtiler und werden daher leicht übersehen oder missverstanden.

Unaufmerksamkeit​

Menschen mit ADHS weisen eine Störung der Aufmerksamkeit vor allem bei Beschäftigungen auf, die entweder kognitiv anstrengend oder langweilig sind. Hierbei sind sowohl die langanhaltende Aufmerksamkeit, auch Daueraufmerksamkeit genannt, betroffen, als auch die selektive Aufmerksamkeit, also das Fokussieren bestimmter Tätigkeiten bei gleichzeitigem Ausblenden irrelevanter Reize.

Hyperaktivität​

Motorische Unruhe, die besonders in ruhigen Situationen auffällt, und das Gefühl, innerlich getrieben zu sein, hindern Menschen mit ADHS oft daran, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Sie empfinden es als herausfordernd, für längere Zeit still zu sitzen, sei es im Unterricht, bei der Arbeit oder in sozialen Situationen. Oft zeigt sich dies durch Zappeln, unkontrollierte Bewegungen oder das ständige Bedürfnis, sich zu bewegen.

 

Ein weiteres Merkmal ist die Impulsivität in Handlungen und Entscheidungen. Betroffene handeln oft ohne lange nachzudenken, unterbrechen andere im Gespräch oder neigen zu riskantem Verhalten. Diese Schwierigkeiten können sich auf Schule, Beruf und soziale Beziehungen auswirken, da die Kontrolle über Impulse erschwert ist.

Wie sieht das im Alltag aus?

Viele berichten davon, dass sie Schwierigkeiten haben, sich an Regeln oder Routinen zu halten. Beispielsweise fällt es schwer, in Meetings oder Vorlesungen ruhig sitzen zu bleiben. Betroffene stehen häufiger ohne ersichtlichen Grund auf, laufen herum oder fühlen sich schnell gelangweilt. Ertappst du dich dabei, mit Gegenständen zu spielen oder ständig nach neuen Reizen zu suchen? Hast du das Gefühl, ungeduldig zu sein, vor allem, wenn Dinge nicht sofort passieren? Unterbrichst du häufig Gespräche oder sagst Dinge, die du später bereust? All das können Anzeichen von ADHS sein.

Impulsivität

Es gibt drei Arten von Impulsivität bei ADHS: kognitive (unüberlegtes Handeln), motivationale (Unfähigkeit, Bedürfnisse aufzuschieben) und emotionale (geringe Frustrationstoleranz). Typische Symptome sind Schwierigkeiten beim Warten und häufiges Unterbrechen in Gesprächen.

Unaufmerksamkeit

Motorische Unruhe, die besonders in ruhigen Situationen auffällt, und das Gefühl, innerlich getrieben zu sein, hindern Menschen mit ADHS oft daran, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Hyperaktivität​

Es gibt drei Arten von Impulsivität bei ADHS: kognitive (unüberlegtes Handeln), motivationale (Unfähigkeit, Bedürfnisse aufzuschieben) und emotionale (geringe Frustrationstoleranz). Typische Symptome sind Schwierigkeiten beim Warten und häufiges Unterbrechen in Gesprächen.

Impulsivität

Es gibt drei Arten von Impulsivität bei ADHS: kognitive (unüberlegtes Handeln), motivationale (Unfähigkeit, Bedürfnisse aufzuschieben) und emotionale (geringe Frustrationstoleranz). Typische Symptome sind Schwierigkeiten beim Warten und häufiges Unterbrechen in Gesprächen. Betroffene handeln oft spontan, ohne die möglichen Konsequenzen abzuwägen, was zu Problemen in sozialen, schulischen oder beruflichen Situationen führen kann.

 

Besonders herausfordernd ist die mangelnde Impulskontrolle in stressigen oder emotional geladenen Momenten. Menschen mit ADHS haben häufig Schwierigkeiten, ihre Reaktionen zu zügeln – sei es in Form von unüberlegten Kommentaren, impulsiven Käufen oder plötzlichen Stimmungsschwankungen. Diese Impulsivität kann zu Missverständnissen, Konflikten und Frustration im Alltag führen.

Wie sieht das im Alltag aus?

Kennst du das Gefühl, bevor jemand seinen Satz beendet hat, schon eine Antwort geben zu wollen? Oder fällt es dir schwer, in einer Warteschlange ruhig zu bleiben? Menschen mit ADHS berichten, dass sie oft vorschnell Entscheidungen treffen, ohne alle Optionen abzuwägen. Das kann von kleinen Dingen wie spontanen Ausgaben bis hin zu riskantem Verhalten in bestimmten Situationen reichen. Wirst du schnell ungeduldig oder wütend, wenn etwas nicht sofort klappt? Reagierst du manchmal übertrieben auf Kleinigkeiten? All das können Anzeichen von ADHS sein.

Komorbiditäten

Auch wenn die Kompensation von autistischen Eigenschaften in einer nicht für Autist*innen gemachten Welt teils sehr erfolgreich gelingt, kostet sie sehr viel Kraft. Bei mindestens der Hälfte aller Erwachsenen Autist*innen kann dies zu stressbedingten Folgeerkrankungen führen. Autismus tritt daher häufig gemeinsam mit anderen psychischen oder körperlichen Erkrankungen auf, diese Begleiterkrankungen werden als Komorbiditäten bezeichnet. Wird eine Behandlung der komorbiden Erkrankungen angestrebt, ist es besonders wichtig, einen möglichen Zusammenhang mit der Autismus-Spektrum-Störung zu beachten.

Im Rahmen der umfassenden Diagnostik bei GAM Medical werden mögliche Komorbiditäten sorgfältig abgeklärt, um ein genaues Gesamtbild zu erhalten und eine individuell angepasste Unterstützung zu ermöglichen.

Wichtig zu wissen für Autist*innen und Fachleute ist, dass bestimmte Störungsbilder autismusspezifisch sind und bei Fehldiagnosen nicht auf übliche Therapiemethoden ansprechen. Hierzu zählt zum Beispiel das erst in der jüngeren Forschung aufgegriffene Phänomen des autistischen Burnouts. Betroffene Autist*innen berichten von starker Erschöpfung, erhöhter Reizempfindlichkeit und dem Verlust von Kompetenzen und Kompensationsmöglichkeiten. Dies ist oberflächlich gesehen leicht mit Depressionen zu verwechseln, hat aber andere Ursachen und reagiert daher eher selten auf Interventionen die bei Depressionen empfohlen werden.

Zu den häufigsten Komorbiditäten bei Autismus zählen zum Beispiel:

Aufmerksamkeitsdefizit

Aufmerksamkeitsdefizit-/
Hyperaktivitätsstörung
(ADHS)

Angststörungen

Affektive-Störungen-img

Depressionen

Zwangsstörungen

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Epilepsie

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Schlafstörungen

Positive Eigenschaften im Alltag

Autismus bringt nicht nur Herausforderungen, sondern auch viele besondere Stärken mit sich, sowohl für die autistischen Menschen selbst als auch für ihr Umfeld. Viele autistische Menschen verfügen über ein hohes Maß an Ehrlichkeit, Authentizität und Loyalität. Sie neigen dazu, direkt und eindeutig zu kommunizieren, was in vielen Situationen zu mehr Klarheit und Verlässlichkeit führt.

Oft haben sie ein außergewöhnliches Detailgedächtnis und die Fähigkeit, sich tief und ausdauernd in ein Thema einzuarbeiten. Diese Fokussierung kann zu umfangreichem Fachwissen und hoher Kompetenz in Spezialgebieten führen. Ihre ausgeprägte Fähigkeit, Muster zu erkennen und Probleme analytisch zu lösen, wird in vielen Bereichen geschätzt, besonders dort, wo Präzision und Genauigkeit wichtig sind.

Darüber hinaus bringen viele autistische Menschen eine besondere Sensibilität für Gerechtigkeit und Fairness mit. Sie nehmen Dinge häufig aus einer anderen Perspektive wahr und entwickeln dadurch kreative, unkonventionelle Lösungsansätze. Diese Kombination aus Genauigkeit, Ausdauer und einzigartiger Sichtweise macht sie zu wertvollen Mitgliedern in Teams und Gemeinschaften.

Welche Vorteile habe ich durch eine offizielle Diagnose?

Menschen im Autismus-Spektrum haben ohne Wissen über diese Diagnose oft ein erhöhtes Risiko für Missverständnisse im sozialen und beruflichen Umfeld, für Über- oder Unterforderung, für psychische Belastungen wie Angststörungen oder Depressionen sowie für chronischen Stress durch fehlende passende Unterstützung. Eine fachgerechte Diagnose kann hier Klarheit schaffen: Sie hilft zu verstehen, warum bestimmte Herausforderungen bestehen, und ermöglicht den Zugang zu gezielten Unterstützungsangeboten.

Die Diagnose ist außerdem der erste Schritt, um individuelle Strategien zu entwickeln, die Lebensqualität zu verbessern und Überlastung vorzubeugen. Sie kann auch wichtig sein, um Ansprüche auf bestimmte Hilfen (z.B. Eingliederungshilfe nach SGB IX), Therapien oder Nachteilsausgleiche geltend zu machen, etwa in Schule, Ausbildung, Studium oder am Arbeitsplatz. So wird sichergestellt, dass Betroffene die Unterstützung und Rahmenbedingungen erhalten, die sie brauchen, um ihr Potenzial bestmöglich zu entfalten.

Im Allgemeinen empfinden Autist*innen eine Diagnosestellung als große Erleichterung und persönliche Ressource ungeklärte Schwierigkeiten des eigenen Lebenswegs zu verstehen und ein authentisches, positives Selbstbild aufzubauen.

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Du bist nicht alleine! -
Autismus in Deutschland

Autismus gehört zu den bekanntesten neuronalen Entwicklungsvarianten und betrifft Menschen aller Altersgruppen. In Deutschland wird die Prävalenz in der Gesamtbevölkerung auf etwa 1 % bis 3 % geschätzt – das entspricht bis zu rund 2,4 Millionen Menschen. Trotz wachsender Bekanntheit mangelt es jedoch immer noch an Bewusstsein und Verständnis für Autismus. Dies kann den Umgang mit den Besonderheiten und Herausforderungen des Autismus im Alltag erschweren. Umso wichtiger ist es, Autist*innen und ihre Familien angemessen zu unterstützen und sich gemeinsam für ein besseres Verständnis neurodivergenter Lebensrealitäten einzusetzen. So können Barrieren in Alltag und Beruf sowie gesellschaftliche Stigmatisierung Schritt für Schritt abgebaut werden.

Diagnosekriterien für Autismus

Es ist völlig normal, vor einer Untersuchung oder Diagnostik nervös zu sein. Diese Unsicherheit sollte jedoch niemanden davon abhalten, sich testen zu lassen, wenn der Verdacht auf Autismus besteht und im Alltag wiederkehrende Schwierigkeiten auftreten. Leider halten viele verbreitete Missverständnisse, wie „Autismus kommt nur bei Kindern vor“, „man sieht es sofort“ oder „die Person will sich nur herausreden“ noch immer manche Menschen davon ab, Hilfe zu suchen. Eine fundierte Diagnose kann jedoch der Schlüssel zu Verständnis, Selbstakzeptanz und gezielter Unterstützung sein.

Wir bei GAM Medical bieten mit unserer Online-Diagnostik die Möglichkeit die Diagnostik in der Sicherheit des eigenen Zuhauses durchzuführen. So müssen Sie sich weder einer überreizenden Umgebung noch unklaren sozialen Situationen aussetzen um eine fachlich fundierte Untersuchung zu erhalten.

Zu den Kriterien der Autismus Diagnostik nach dem aktuell noch im deutschsprachigen Raum angewandten ICD-10 gehören hauptsächlich folgende:

  • Auffälligkeit der gegenseitigen sozialen Interaktion (z.B. nicht vorhandener oder auffälliger Einsatz von Blickkontakt, Mimik, Körperhaltung, Gestik, Schwierigkeiten Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten, Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit)
  • Auffälligkeit der Kommunikation (z.B. untypische Sprachentwicklung, Scheitern von Wechselseitiger sprachlicher Kommunikation, eigentümlicher Gebrauch von Sprache)
  • Begrenzte, repetitive und Stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten (z.B. umfassende Beschäftigung mit einem oder mehreren Interessen ungewöhnlicher Intensität und Begrenztheit)

Eine abweichende Entwicklung muss dabei bereits vor dem dritten Lebensjahr erkennbar sein.

Laut ICD-10 wird Autismus in verschiedene Unterkategorien (frühkindlicher Autismus, atypischer Autismus und Asperger-Syndrom) aufgeteilt, die sich im Diagnosecode zeigen. Diese Kategorien werden im in Zukunft gültigen ICD-11 unter dem Begriff “Autismus-Spektrum-Störung” zusammengefasst.

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ADHS x Autismus

Ja, die beiden Varianten können auch gleichzeitig bei einer Person auftreten. Früher konnten die Diagnosen nicht gleichzeitig gestellt werden, mittlerweile hat die Forschung jedoch eindeutig belegt, dass beide Neurotypen bei einer Person vorkommen können. Autist*innen mit ADHS zeigen ein ganz besonderes Profil an Eigenschaften sind folglich auch mit vielseitigen Schwierigkeiten konfrontiert. Umgangssprachlich bezeichnet man das Symptombild als AuDHS (Autismus + ADHS).

Die Frage ob beides bei Dir vorliegt lässt sich nur in einer differenzierten Diagnostik genau beantworten. Die Symptome von Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und ADHS überschneiden sich in einigen Bereichen, weshalb es auch zu Missverständnissen und im schlimmsten Fall auch zu Fehldiagnosen kommen kann. Betrachtet man Symptome, ist es wichtig deren Ursache zu verstehen. Beispielsweise kann Unaufmerksamkeit bei Autist*innen als Folge von Reizüberflutung auftreten, während ADHSler grundsätzlich Schwierigkeiten haben ihre Aufmerksamkeit bei weniger spannenden Aufgaben zu halten.

Auch soziale Probleme können sowohl als Folge von ADHS als auch von ASS auftreten. In der Regel haben Autist*innen Probleme soziale Kommunikation neurotypischer Menschen zu verstehen und geraten daher häufig in Schwierigkeiten. ADHSler erleben durch Ihre Impulsivität und leichte Ablenkbarkeit häufiger Misserfolge in sozialen Beziehungen, was wie ASS zu Mobbing und sozialer Isolation führen kann.

Treten ADHS und ASS gemeinsam auf, entsteht ein inneres Spannungsfeld, welches oft viel Stress verursacht. Auf der einen Seite besteht ein hohes Bedürfnis nach Routinen und Struktur, was den autistischen Eigenschaften entspricht, auf der anderen Seite das Bedürfnis nach Spontanität und impulsives Handeln, was dem ADHS Bild entspricht. Mitunter kann es zu Störungen der sog. Exekutivfunktionen kommen, was sich wie eine innere Blockade anfühlen kann. Sowohl Autist*innen als auch ADHSler erleben dies. Liegt beides vor, wird davon jedoch häufiger und intensiver berichtet.

Das Team von GAM Medical ist zur Erkennung beider Thematiken geschult. In unserem Diagnostischen Prozess fokussieren wir bewusst eine der beiden Störungen und sprechen ggf. eine Empfehlung zur Diagnostik der anderen aus, wenn sich Unstimmigkeiten und Überschneidungen der Symptome in der Diagnostik zeigen.

Grundsätzlich lassen sich beide neuronalen Varianten der Entwicklung nicht im eigentlichen Sinne behandeln. Dennoch ist es möglich durch therapeutische Begleitung oder auch Selbsthilfe die eigene Lebensweise so anzupassen, dass weniger Leid durch die autistischen bzw. ADHS Eigenschaften entsteht und ein guter Umgang damit gefunden wird.

Speziell für ADHS ist auch eine medikamentöse Therapie möglich, dies kann auch helfen die durch den Autismus entstehende Überreizung und Überforderung zu reduzieren. Wird bei Dir ADHS diagnostiziert kannst Du im Anschluss an das diagnostische Abschlussgespräche bei GAM Medical Termine mit unseren Psychiatern vereinbaren, um zu prüfen ob eine Behandlung mit Medikamenten für Dich in Frage kommt.